Was ist frei?
Kunst Heute 2026: Von Pflanzen und Formen
Ab dem 28. August ist im Gutshaus Lexow Malerei der Berliner Künstlerin Marina Pohl zusehen, im Garten gibt es eine Installation der Ukrainerin Daria Gabruk. Eine Ausstellung im Rahmen von Kunst Heute.
„Nie werden wir von der Welt getrennt sein können: Alles Lebendige formt sich aus derselben Materie, aus der Berge und Wolken bestehen.“ Emanuele Coccia
Marina Pohl (*1997 in Ingolstadt) lebt und arbeitet in Berlin. Dort beendete sie 2025 ihr Studium der Malerei an der UDK in der Klasse Mark Lammert. Ihre Arbeiten waren u.a. in Berlin, Salzburg, Wien, München und New York zu sehen. Die Ausstellung im Gutshaus Lexow zeigt Arbeiten aus zwei Werkzyklen: "unter uns" und "zu jeder Stunde“. Beiden Werkgruppen gemein ist eine Suche nach dem Fremden im Vertrauten: Äußeres, das ins Innere dringt und umgekehrt. Durch das Schichten, Abtragen und Auswaschen von Leim- und Ölfarbe entstehen fragile Oberflächen, die Zustände innerer Bewegung sichtbar machen. Pohl interessiert sich für das Animalische im Menschen, für Fragen nach Identität, Zugehörigkeit, Natur und deren Domestikation.
Die Werkgruppe "unter uns" nimmt eine unmittelbare Umgebung und ein alltägliches Zusammenleben zum Ausgangspunkt. In der Malerei verändern die Protagonisten ihre Gestalt: Blätter werden körperlich, Körper pflanzlich, organische Formen greifen ineinander. Die Pflanze erscheint als eigenständiges Gegenüber, das die Grenze zwischen menschlichem Körper und Umwelt verschwimmen lässt.
Im zweiten Zyklus, "zu jeder Stunde“ geht es um den Körper im schlafenden Zustand; der anwesend ist und zugleich der Realität entzogen. Während das sich Bewusstsein zurückzieht, öffnen sich andere Ebenen der Wahrnehmung: Traum, Erinnerung und Unbewusstes überlagern die sichtbare Wirklichkeit und gebären Figuren, die zwischen verschiedenen Formen der Anwesenheit schweben.
Die Ukrainerin Daria Gabruk verließ wegen des Krieges ihre Heimat und lebt und arbeitet heute in Schwerin. Sie machte 2013 an der Nationalen Forstuniversität Lemberg in Industriedesign ihren Abschluss und arbeitete als Designerin für Film- und Tanzprojekte. Seit 2022 arbeitet Sie in als freie Künstlerin. Sie war 2024/2025 Mentee im Programm „mentoring kunst“ des BBK M-V, war 2022 Stipendiatin der STIFTUNGKUNSTFOND im Kunstverein zu Rostock und Stipendiatin Mecklenburgisches Künstlerhaus Schloss Plüschow. Seit 2022 leitet sie wöchentliche Malkurse mit ukrainischen Kindern im Verein SIC Schwerin und ist seit 2024 Dozentin der Kunst.Schule.Rostock. Ihre Arbeiten waren unter anderem im Jahr 2026 in der Gertrudenkapelle Ernst Barlach Museum Güstrow, bei der 36. Landesweiten Kunstschau des BBK-MV, im Kunstverein Wiligrad „34. KUNSTBÖRSE“ zu sehen. 2025 stellte sie unter anderem im Kunstverein zu Rostock in der Gemeinschaftsausstellung ukrainischer und deutscher Künstler:innen „grenzland“ aus.
Daria Gabruk interessieren alltägliche Zeugnisse kultureller Identität, Erinnerung und Vertreibung. Das Spezifische in ihrer Arbeit liegt in der Verbindung von abstrakten zeitgenössischen Formen und tiefen autobiografischen Reflexionen über Krieg, Flucht, Identität und Erinnerung. Im weitläufigen Garten des Gutshauses findet sich ihre Arbeit „Déjà-vu“ als ortsspezifische Installation, die Vergänglichkeit und Neuanfang in der Natur thematisiert. Der tote Baum im Guthaus-Garten erinnert an die Vergänglichkeit als Memento mori in der Zeit des Erntedank Festes.
Vom 3. bis 11. Oktober, während Kunst Heute, ist die Installation in der alten Dorfkirche in Lexow zu sehen. „Berührung" zeigt Handspuren im Material Foamiran, einem dünnen Schaumgummi, das der Künstlerin erlaubt, konkrete Bewegung in Form umzusetzen und den vergänglichen Prozess der Berührung sichtbar zu machen. Die Arbeit thematisiert das „Berühren“ des Unbekannten. Sie steht für den Moment, in dem Erfahrung noch nicht festgelegt ist und der Mensch sich intuitiv voran tastet. Die sichtbaren Handabdrücke verweisen auf diesen Prozess des Suchens und Ausprobierens – ein körperliches und zugleich gedankliches Erkunden von Grenzen. Fotos: Aaron Bircher (unter uns) und Thomas Häntzschel.
Ab dem 28. August ist im Gutshaus Lexow Malerei der Berliner Künstlerin Marina Pohl zusehen, im Garten gibt es eine Installation der Ukrainerin Daria Gabruk. Eine Ausstellung im Rahmen von Kunst Heute.
„Nie werden wir von der Welt getrennt sein können: Alles Lebendige formt sich aus derselben Materie, aus der Berge und Wolken bestehen.“ Emanuele Coccia
Marina Pohl (*1997 in Ingolstadt) lebt und arbeitet in Berlin. Dort beendete sie 2025 ihr Studium der Malerei an der UDK in der Klasse Mark Lammert. Ihre Arbeiten waren u.a. in Berlin, Salzburg, Wien, München und New York zu sehen. Die Ausstellung im Gutshaus Lexow zeigt Arbeiten aus zwei Werkzyklen: "unter uns" und "zu jeder Stunde“. Beiden Werkgruppen gemein ist eine Suche nach dem Fremden im Vertrauten: Äußeres, das ins Innere dringt und umgekehrt. Durch das Schichten, Abtragen und Auswaschen von Leim- und Ölfarbe entstehen fragile Oberflächen, die Zustände innerer Bewegung sichtbar machen. Pohl interessiert sich für das Animalische im Menschen, für Fragen nach Identität, Zugehörigkeit, Natur und deren Domestikation.
Die Ukrainerin Daria Gabruk verließ wegen des Krieges ihre Heimat und lebt und arbeitet heute in Schwerin. Sie machte 2013 an der Nationalen Forstuniversität Lemberg in Industriedesign ihren Abschluss und arbeitete als Designerin für Film- und Tanzprojekte. Seit 2022 arbeitet Sie in als freie Künstlerin. Sie war 2024/2025 Mentee im Programm „mentoring kunst“ des BBK M-V, war 2022 Stipendiatin der STIFTUNGKUNSTFOND im Kunstverein zu Rostock und Stipendiatin Mecklenburgisches Künstlerhaus Schloss Plüschow. Seit 2022 leitet sie wöchentliche Malkurse mit ukrainischen Kindern im Verein SIC Schwerin und ist seit 2024 Dozentin der Kunst.Schule.Rostock. Ihre Arbeiten waren unter anderem im Jahr 2026 in der Gertrudenkapelle Ernst Barlach Museum Güstrow, bei der 36. Landesweiten Kunstschau des BBK-MV, im Kunstverein Wiligrad „34. KUNSTBÖRSE“ zu sehen. 2025 stellte sie unter anderem im Kunstverein zu Rostock in der Gemeinschaftsausstellung ukrainischer und deutscher Künstler:innen „grenzland“ aus.
Daria Gabruk interessieren alltägliche Zeugnisse kultureller Identität, Erinnerung und Vertreibung. Das Spezifische in ihrer Arbeit liegt in der Verbindung von abstrakten zeitgenössischen Formen und tiefen autobiografischen Reflexionen über Krieg, Flucht, Identität und Erinnerung. Im weitläufigen Garten des Gutshauses findet sich ihre Arbeit „Déjà-vu“ als ortsspezifische Installation, die Vergänglichkeit und Neuanfang in der Natur thematisiert. Der tote Baum im Guthaus-Garten erinnert an die Vergänglichkeit als Memento mori in der Zeit des Erntedank Festes.
Vom 3. bis 11. Oktober, während Kunst Heute, ist die Installation in der alten Dorfkirche in Lexow zu sehen. „Berührung" zeigt Handspuren im Material Foamiran, einem dünnen Schaumgummi, das der Künstlerin erlaubt, konkrete Bewegung in Form umzusetzen und den vergänglichen Prozess der Berührung sichtbar zu machen. Die Arbeit thematisiert das „Berühren“ des Unbekannten. Sie steht für den Moment, in dem Erfahrung noch nicht festgelegt ist und der Mensch sich intuitiv voran tastet. Die sichtbaren Handabdrücke verweisen auf diesen Prozess des Suchens und Ausprobierens – ein körperliches und zugleich gedankliches Erkunden von Grenzen. Fotos: Aaron Bircher (unter uns) und Thomas Häntzschel.